Mit einem Routenzug lassen sich viele wiederkehrende Intralogistik-Prozesse automatisieren: der Materialtransport zwischen Lager und Produktion, das Anfahren fester Haltepunkte sowie das Be- und Entladen von Ladungsträgern. Besonders gut funktioniert die Automatisierung dort, wo Routen regelmäßig und vorhersehbar sind. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Aufgaben ein Routenzug übernimmt, welche Prozesse sich am einfachsten automatisieren lassen und wann sich die Investition wirklich rechnet.
Welche Aufgaben übernimmt ein Routenzug im Lager?
Ein Routenzug übernimmt im Lager den regelmäßigen, getakteten Transport von Materialien und Ladungsträgern entlang fester Routen. Er verbindet Lager, Kommissionierbereiche und Produktionslinien miteinander und ersetzt dabei den unkoordinierten Einsatz von Gabelstaplern. Das Ergebnis: ein kontinuierlicher, sicherer und planbarer Materialfluss im Betrieb.
Konkret übernimmt ein Routenzug typischerweise folgende Aufgaben:
- Versorgung von Produktionslinien mit Rohmaterialien und Halbfertigteilen
- Abtransport von Fertigwaren, Leergut oder Abfall
- Verbindung von Wareneingang, Lager und Versand
- Unterstützung von Kommissionierprozessen im Milkrun-Betrieb
- Transport von Rollbehältern, Bodenrollern und anderen Ladungsträgern
Der Vorteil gegenüber Gabelstaplern liegt auf der Hand: Routenzüge fahren nach Plan, nicht nach Bedarf. Das reduziert Wartezeiten, Leerfahrten und Unfallrisiken erheblich. Unser LiftLiner Routenzug ist zum Beispiel so konstruiert, dass er verschiedene Ladungsträgergrößen von beiden Seiten aufnehmen kann, ohne dass eine aufwändige Sequenzierung nötig ist. Das macht ihn besonders flexibel im täglichen Betrieb.
Welche Routenzugprozesse lassen sich am einfachsten automatisieren?
Am einfachsten lassen sich Routenzugprozesse automatisieren, die regelmäßig, vorhersehbar und räumlich klar definiert sind. Dazu gehören das Anfahren fester Haltepunkte, das automatische Stoppen an Abgabestationen sowie das Fahren entlang vorgegebener Routen. Je standardisierter ein Prozess, desto geringer ist der technische Aufwand für die Automatisierung.
Routenfahrten und Haltepunkte
Das Fahren einer festen Route mit definierten Stopps ist der klassische Einstiegspunkt in die Automatisierung. Ein fahrerloses Transportsystem, kurz AGV, übernimmt dabei die Steuerung des Zugfahrzeugs. Der Routenzug fährt autonom zu den Abgabestationen und hält automatisch an den vorgesehenen Positionen. Genau dieses Prinzip setzt ZF in seinem Werk in Stará Boleslav um: Unser LiftLiner wird dort mit einem AGV kombiniert und transportiert Materialien vollautomatisch zu den verschiedenen Stationen.
Be- und Entladeprozesse
Auch das Be- und Entladen lässt sich teilautomatisieren. Innovative Kipptechnologien und Neigetechnik, wie wir sie in unseren LiftLiner-Lösungen einsetzen, reduzieren den manuellen Aufwand erheblich. Ladungsträger neigen sich beim Entladen automatisch in Richtung des Bedieners, und die Räder drehen sich dabei in die richtige Rollrichtung. Das spart Zeit und schont die Mitarbeitenden. Eine vollständige Automatisierung des Beladevorgangs ist dann möglich, wenn standardisierte Ladungsträger und feste Übergabepositionen vorhanden sind.
Prozesse, die sich schwerer automatisieren lassen, sind solche mit häufig wechselnden Routen, unstrukturierten Ladeflächen oder stark variierenden Ladungsgewichten. Hier empfiehlt sich zunächst eine Teilautomatisierung als erster Schritt.
Wie funktioniert ein automatisierter Routenzug technisch?
Ein automatisierter Routenzug kombiniert ein fahrerloses Zugfahrzeug, auch AGV oder AMR genannt, mit einem oder mehreren Anhängern, die die eigentliche Last transportieren. Das Fahrzeug navigiert selbstständig entlang programmierter Routen, erkennt Hindernisse und hält an definierten Stationen an. Die Steuerung erfolgt über Sensoren, Kameras oder Bodenmarkierungen.
Technisch besteht ein automatisierter Routenzug aus mehreren Komponenten:
- Zugfahrzeug mit Antrieb und Steuereinheit: Das AGV übernimmt die Navigation und Antriebsfunktion. Es kommuniziert mit einem übergeordneten Leitsystem und erhält Fahraufträge in Echtzeit.
- Kupplungssystem: Eine zuverlässige Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhängern ist entscheidend. Unser patentiertes Scherenkupplungssystem sorgt dabei für präzise Spurtreue und einen engen Wendekreis, auch in engen Produktionsbereichen.
- Sensorik und Sicherheitssysteme: Laserscanner und Sicherheitssensoren erkennen Personen und Hindernisse im Fahrweg und stoppen den Zug automatisch.
- Leitsystem und Flottenmanagement: Eine Software koordiniert mehrere Fahrzeuge, verwaltet Routen und überwacht den Betriebsstatus in Echtzeit.
Wichtig ist, dass die Anhänger selbst nicht zwingend verändert werden müssen. Unser LiftLiner lässt sich problemlos mit einem AGV kombinieren, ohne dass das Anhängersystem angepasst werden muss. Das senkt den Integrationsaufwand erheblich und ermöglicht eine schrittweise Automatisierung bestehender Routenzugsysteme.
Möchten Sie wissen, wie viele Routenzüge Ihr Betrieb benötigt und wie schnell sich die Investition amortisiert? Mit unserem LiftLiner ROI-Rechner können Sie das schnell und unkompliziert berechnen.
Wann lohnt sich die Automatisierung eines Routenzugs?
Die Automatisierung eines Routenzugs lohnt sich, wenn regelmäßige, vorhersehbare Transportaufgaben in einem ausreichenden Volumen anfallen und die Personalkosten oder Sicherheitsanforderungen einen hohen Druck erzeugen. Als Faustregel gilt: Je mehr Schichten gefahren werden und je standardisierter die Routen sind, desto schneller rechnet sich die Investition.
Folgende Faktoren sprechen klar für eine Automatisierung:
- Mehrschichtbetrieb: Automatisierte Routenzüge fahren rund um die Uhr ohne Pausen oder Schichtwechsel.
- Fachkräftemangel: In Betrieben, in denen qualifiziertes Fahrpersonal schwer zu finden ist, reduziert Automatisierung die Abhängigkeit von einzelnen Mitarbeitenden.
- Hohe Sicherheitsanforderungen: In Bereichen mit hohem Personenaufkommen senkt ein automatisierter Routenzug das Unfallrisiko deutlich gegenüber manuell gesteuerten Fahrzeugen.
- Standardisierte Routen und Ladungsträger: Wenn Routen und Ladungsträger einheitlich sind, ist der Integrationsaufwand gering und die Amortisationszeit kurz.
- Wachsender Durchsatz: Wächst das Transportvolumen, skaliert ein automatisiertes System einfacher als eine manuelle Lösung.
Weniger geeignet ist die Vollautomatisierung, wenn Routen häufig wechseln, die Infrastruktur unstrukturiert ist oder das Transportvolumen gering ist. In diesen Fällen ist eine Teilautomatisierung, zum Beispiel durch ergonomische Ladehilfen und optimierte Anhängersysteme, oft der sinnvollere erste Schritt.
Grundsätzlich gilt: Die Automatisierung muss nicht von Null auf Hundert erfolgen. Viele unserer Kunden starten mit einem manuell betriebenen LiftLiner und integrieren im nächsten Schritt ein AGV. So wächst das System mit dem Betrieb mit.
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