Welche Rolle spielen Routenzüge in Lean-Produktionskonzepten?

Routenzüge sind ein zentrales Werkzeug in Lean-Produktionskonzepten, weil sie den Materialfluss standardisieren, Verschwendung systematisch reduzieren und eine zuverlässige Versorgung der Produktionslinien im Takt ermöglichen. Sie ersetzen reaktive, unkoordinierte Transporte durch planbare, getaktete Milkrun-Systeme, die genau das liefern, was gebraucht wird, wann es gebraucht wird. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Einsatz von Routenzügen in der Lean-Produktion.

Wie unterstützen Routenzüge das Lean-Prinzip der Verschwendungsvermeidung?

Routenzüge unterstützen die Verschwendungsvermeidung in der Lean-Produktion, indem sie unnötige Wege, Wartezeiten und Überproduktion bei der Materialversorgung konsequent eliminieren. Statt Material auf Vorrat oder auf Abruf unkoordiniert zu liefern, folgt der Routenzug festen Taktzeiten und Routen, was den Materialfluss vorhersehbar und verschwendungsarm macht.

Im Lean-Denken unterscheiden wir sieben klassische Verschwendungsarten. Routenzüge adressieren gleich mehrere davon direkt:

  • Überproduktion: Just-in-Time-Anlieferung verhindert, dass Materialien in großen Mengen an der Linie gestapelt werden.
  • Wartezeiten: Produktionsmitarbeitende warten nicht auf Material, weil die Versorgung getaktet und zuverlässig läuft.
  • Unnötige Transporte: Der Milkrun fährt feste, optimierte Routen, anstatt auf einzelne Bedarfsmeldungen zu reagieren.
  • Überflüssige Bestände: Kleinere, häufigere Lieferungen reduzieren Pufferbestände an den Arbeitsstationen.
  • Unnötige Bewegungen: Produktionsmitarbeitende verlassen ihren Arbeitsplatz nicht mehr, um Material zu holen.

Besonders wichtig ist der Standardisierungseffekt: Weil der Routenzug nach einem festen Takt fährt, lässt sich der gesamte innerbetriebliche Materialfluss planen und verbessern. Das ist die Grundlage für kontinuierliche Verbesserungsprozesse (Kaizen), die Lean-Produktion so effektiv machen.

Was ist der Unterschied zwischen Routenzug und klassischem Gabelstapler?

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Routenzug und einem klassischen Gabelstapler liegt im Prinzip der Materialversorgung: Der Gabelstapler reagiert auf einzelne Abrufe und transportiert Paletten punktuell, während der Routenzug nach einem festen Takt mehrere Ladungsträger gleichzeitig auf einer definierten Route durch die Produktion bewegt.

Das klingt zunächst nach einer Frage des Fahrzeugs, ist aber in Wirklichkeit eine Frage der Logistikstrategie. Gabelstapler sind flexibel einsetzbar, erzeugen aber gleichzeitig mehrere Probleme in Lean-Umgebungen:

  • Sie fahren unkoordiniert durch die Produktion und erzeugen Sicherheitsrisiken für Fußgänger.
  • Jeder Transport ist ein Einzelauftrag, der keine Standardisierung erlaubt.
  • Der Betrieb ist kostenintensiv, sowohl in der Anschaffung als auch im laufenden Unterhalt.
  • Sie benötigen breite Fahrgassen, die wertvolle Produktionsfläche beanspruchen.

Routenzüge dagegen schaffen eine gabelstaplerfreie Produktionsumgebung, in der Fußgänger und Fahrzeuge klarer getrennt sind. Unsere LiftLiner Routenzüge sind speziell dafür ausgelegt: Mit einem kompakten Design, einem einzigartigen Scherenkupplungssystem und einem U-Turn-Radius von nur 4.500 mm bei drei Wagen bewegen sie sich auch in engen Produktionsbereichen sicher und effizient.

Ein weiterer praktischer Vorteil: Routenzüge können von beiden Seiten be- und entladen werden, ohne dass eine aufwendige Sequenzierung der Ladungsträger nötig ist. Das spart Zeit und reduziert die Komplexität in der Logistikplanung erheblich.

Möchten Sie wissen, wie sich eine Umstellung auf Routenzüge in Ihrem Betrieb rechnet? Fordern Sie Zugang zu unserem LiftLiner-ROI-Tool an und berechnen Sie Einsparpotenzial und Amortisationszeit direkt für Ihre Situation.

Welche Produktionsbereiche profitieren am meisten von Routenzügen?

Am stärksten profitieren Produktionsbereiche von Routenzügen, in denen viele Arbeitsstationen regelmäßig und in kleinen Mengen mit Material versorgt werden müssen, zum Beispiel Montagelinien, Kommissionierbereiche und Produktionsumgebungen mit hoher Teilevielfalt.

Der Milkrun-Gedanke entfaltet seinen größten Nutzen überall dort, wo folgende Bedingungen zutreffen:

  • Viele Abgabestationen liegen auf einer Route.
  • Der Materialbedarf ist regelmäßig und vorhersehbar.
  • Platzverhältnisse lassen breite Gabelstaplerwege nicht zu.
  • Arbeitssicherheit hat hohe Priorität, etwa in Bereichen mit viel Fußgängerverkehr.

Montage und Serienproduktion

In der Montage ist die Versorgungssicherheit direkt mit der Produktivität verknüpft. Fehlt ein Teil, steht die Linie. Routenzüge liefern hier im festen Takt genau die Komponenten, die im nächsten Produktionszyklus gebraucht werden, ohne Pufferbestände an der Linie aufzubauen. Das ist klassisches Just-in-Time in der Praxis.

Kommissionierung und Lageranbindung

Im Kommissionierbereich und bei der Anbindung von Lagern an die Produktion ermöglichen Routenzüge einen kontinuierlichen Materialfluss ohne Unterbrechungen. Unser LiftLiner RC transportiert dabei bis zu acht Rollbehälter oder Bodenroller gleichzeitig und eignet sich besonders für Betriebe, die bereits mit Rollcontainern arbeiten.

Auch Unternehmen in der Automobilzuliefererbranche, der Elektronikindustrie und der Konsumgüterproduktion setzen erfolgreich auf Routenzüge. ZF im tschechischen Stará Boleslav kombiniert unseren LiftLiner beispielsweise mit einem fahrerlosen Transportsystem (AGV), um den Materialfluss vollständig zu automatisieren.

Wie wird ein Routenzug-System in der Praxis eingeführt?

Die Einführung eines Routenzug-Systems in der Produktion folgt typischerweise einem strukturierten Prozess, der mit einer Analyse des aktuellen Materialflusses beginnt, über die Routenplanung und Taktzeitbestimmung führt und mit einem pilotierten Rollout abschließt.

Konkret empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Ist-Analyse: Welche Materialien werden wie häufig an welche Stationen geliefert? Wo entstehen heute Wartezeiten, Staus oder Sicherheitsrisiken durch Gabelstapler?
  2. Routendesign: Auf Basis der Analyse werden Routen definiert, die möglichst viele Abgabestationen effizient verbinden. Kurze Wege und klare Taktzeiten sind das Ziel.
  3. Ladungsträgerwahl: Welche Ladungsträger werden benötigt? Müssen verschiedene Größen auf derselben Route transportiert werden? Unser LiftLiner transportiert unterschiedliche Ladungsträgergrößen ohne Kapazitätsverlust.
  4. Pilotbetrieb: Ein Bereich oder eine Route wird zuerst umgestellt. So lassen sich Taktzeiten, Routen und Abläufe in der Praxis testen und anpassen, bevor das System auf weitere Bereiche ausgeweitet wird.
  5. Schulung und Standardisierung: Mitarbeitende werden im Umgang mit dem Routenzug geschult. Standardisierte Abläufe sind die Voraussetzung dafür, dass das Lean-Prinzip dauerhaft wirkt.
  6. Kontinuierliche Verbesserung: Nach dem Rollout werden Taktzeiten, Auslastung und Störungen regelmäßig ausgewertet, um den Prozess weiter zu optimieren.

Ein häufiger Stolperstein ist die Überplanung zu Beginn: Wer versucht, alle Routen und Taktzeiten vorab perfekt zu definieren, verliert Zeit. Besser ist es, mit einem überschaubaren Piloten zu starten und das System iterativ weiterzuentwickeln, ganz im Sinne des Lean-Gedankens.

Wir unterstützen Sie bei der Einführung von Routenzug-Systemen, von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb. Erfahren Sie mehr über unsere LiftLiner Routenzüge oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, um Ihre Anforderungen zu besprechen.