Wie funktionieren Routenzüge auf engem Raum?

Routenzüge funktionieren auf engem Raum, indem sie durch kompakte Bauweise, präzise Lenksysteme und kurze Wendekreise auch in beengten Hallenbereichen manövrierfähig bleiben. Entscheidend sind dabei das Kupplungssystem, die Zuglänge und die Anzahl der angehängten Wagen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Platzbedarf, Kurvenradius und Streckenplanung für den Routenzug im engen Raum.

Welche Faktoren bestimmen den Platzbedarf eines Routenzugs?

Der Platzbedarf eines Routenzugs hängt von drei zentralen Faktoren ab: der Gesamtlänge des Zugs, der Breite der eingesetzten Wagen sowie dem Wendekreis beim Abbiegen. Je mehr Wagen gekoppelt sind und je breiter die Ladungsträger, desto mehr Fläche benötigt der Zug sowohl während der Fahrt als auch beim Rangieren. Für die Intralogistik gilt: Kompaktheit spart direkt Produktionsfläche.

In der Praxis setzt sich der Platzbedarf aus mehreren Einzelgrößen zusammen:

  • Zuglänge: Die Gesamtlänge bestimmt, wie viel Platz der Zug auf geraden Strecken und in Kurven benötigt.
  • Wagenbreite: Breite Ladungsträger vergrößern den Platzbedarf in Gängen erheblich.
  • Kupplungssystem: Starre Kupplungen erhöhen den Kurvenausschlag der hinteren Wagen. Gelenkige Systeme wie ein Scherenkupplungssystem halten den Zug spurgenau.
  • Anzahl der Anhänger: Mehr Wagen bedeuten längere Züge und größere Wendekreise.
  • Fahrgeschwindigkeit: Höhere Geschwindigkeiten erfordern mehr Sicherheitsabstand zu Regalen und Wänden.

Unser LiftLiner ist mit einer Länge von nur 9.600 mm (ISO oder EURO) für drei Wagen der kürzeste Routenzug auf dem Markt. Das kompakte Design reduziert den Platzbedarf in Produktion und Lager spürbar, ohne die Transportkapazität zu verringern. Wer den Platzbedarf von Anfang an richtig kalkuliert, vermeidet teure Umbaumaßnahmen und schafft sichere, gut nutzbare Fahrwege.

Wie wird der Kurvenradius bei Routenzügen berechnet?

Der Kurvenradius eines Routenzugs beschreibt den Mindestdurchmesser, den der Zug beim Abbiegen benötigt, ohne Hindernisse zu berühren. Er ergibt sich aus der Zuglänge, dem Achsabstand der Wagen, dem Kupplungssystem und der Anzahl der Anhänger. Je kürzer und gelenkiger der Zug, desto kleiner fällt der Wendekreis aus.

Für die konkrete Berechnung sind folgende Größen relevant:

  • Radstand der einzelnen Wagen: Kurze Wagen mit geringem Radstand lassen sich enger einlenken.
  • Kupplungsgeometrie: Querlenker- oder Scherenkupplungssysteme reduzieren den Versatz der hinteren Wagen in der Kurve deutlich.
  • Zuglänge insgesamt: Bei drei LiftLiner-Wagen beträgt der U-Turn-Radius dank des patentierten Kupplungssystems nur 4.500 mm.
  • Gangbreite: Die Gangbreite muss den maximalen Ausschlag der hinteren Wagen in der Kurve aufnehmen können.

In der Milkrun Logistik ist der Kurvenradius ein wichtiges Planungsmaß. Wer Routenzüge in bestehenden Hallen einsetzen möchte, sollte die engsten Stellen im Fahrweg messen und mit dem angegebenen U-Turn-Radius des Zugsystems abgleichen. Für den LiftLiner RC beträgt der U-Turn-Radius bei zwei Wagen 6.000 mm, was auch für viele bestehende Lagerlayouts ausreicht.

Welche Routenzug-Konfigurationen eignen sich für beengte Lagerbereiche?

Für beengte Lagerbereiche eignen sich kurze Routenzüge mit wenigen Anhängern, schmalem Wagendesign und gelenkigen Kupplungssystemen am besten. Zwei bis drei kompakte Wagen mit einem Scherenkupplungssystem erzielen in der Regel den besten Kompromiss zwischen Transportkapazität und Wendigkeit in engen Gängen.

Kompakte Einzelwagen mit hoher Nutzlast

Kurze Wagen mit hoher Nutzlast pro Ladebucht reduzieren die Gesamtzuglänge, ohne die Transportmenge zu senken. Der LiftLiner RC transportiert beispielsweise bis zu zwei Rollbehälter pro Ladebucht und bis zu 500 kg pro Bucht, bleibt dabei aber mit einer Länge von 4.655 mm pro Einheit sehr kompakt. In beengten Bereichen reicht oft ein einzelner LiftLiner RC aus, um den Materialbedarf einer Produktionslinie zu decken.

Kurze Zugkombinationen mit zwei Wagen

Zwei gekoppelte Wagen bieten in den meisten Fällen ausreichend Kapazität und halten den Wendekreis klein. Bei zwei LiftLiner RC beträgt die maximale Zuggeschwindigkeit 8 km/h und der U-Turn-Radius 6.000 mm. Diese Kombination passt in viele bestehende Lagerlayouts, ohne dass Regale umgebaut oder Gänge erweitert werden müssen.

Wichtig ist auch das beidseitige Be- und Entladen: Wagen, die von beiden Seiten zugänglich sind, brauchen keine Wendefläche am Stationsende. Das spart in engen Bereichen erheblich Platz und beschleunigt den Milkrun-Prozess.

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Wie lässt sich eine Routenzugstrecke in engen Hallen planen?

Eine Routenzugstrecke in engen Hallen plant man am besten in drei Schritten: zuerst die Engstellen im Hallenplan identifizieren, dann den Wendekreis des gewählten Zugsystems mit den verfügbaren Gangbreiten abgleichen und schließlich die Stationen so positionieren, dass der Zug ohne Wendemanöver be- und entladen werden kann.

Konkret hilft folgende Vorgehensweise:

  1. Hallenplan aufnehmen: Alle Gänge, Kreuzungen und Engstellen mit tatsächlichen Maßen erfassen, inklusive Säulen, Tore und feste Einbauten.
  2. Mindestbreiten prüfen: Die Gangbreite muss die Wagenbreite plus den Kurvenausschlag plus einen Sicherheitsabstand von mindestens 200 mm auf jeder Seite abdecken.
  3. Stationen planen: Stationen an Stellen platzieren, wo der Zug gerade steht oder leicht einfahren kann. Beidseitig zugängliche Wagen ermöglichen eine Stationsgestaltung ohne Wendefläche.
  4. Route optimieren: Die kürzeste und hindernisärmste Route zwischen allen Stationen wählen. Kreisrouten ohne Sackgassen sind in der Milkrun Logistik am effizientesten.
  5. Probelauf durchführen: Vor dem Dauerbetrieb die Route mit dem tatsächlichen Zug abfahren und kritische Stellen markieren.

In der Routenzug-Intralogistik zahlt sich eine sorgfältige Streckenplanung direkt aus: Weniger Rangieraufwand bedeutet kürzere Taktzeiten, weniger Verschleiß und mehr Sicherheit für die Mitarbeitenden. Unser LiftLiner benötigt dank des innovativen Lenksystems nicht mehr Platz als die transportierte Last selbst, was die Planung in engen Hallen erheblich vereinfacht.

Mehr über unsere Routenzug-Lösungen erfahren Sie auf unserer Produktseite für Routenzüge. Bei konkreten Fragen zur Streckenplanung oder zur passenden Konfiguration für Ihren Betrieb stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und wir helfen Ihnen dabei, die optimale Lösung für Ihre Halle zu finden.