Wie sieht die Intralogistik der Zukunft mit Routenzügen aus?

Die Intralogistik der Zukunft setzt auf Routenzüge als zentrales Transportsystem für den innerbetrieblichen Materialfluss. Statt einzelne Gabelstapler für jeden Transportauftrag einzusetzen, verbinden Routenzüge Produktionsbereiche, Lager und Kommissionierzonen in einem getakteten, effizienten Kreislauf. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Routenzug-Intralogistik, Milkrun-Systeme und den Einstieg in die Automatisierung.

Welche Vorteile bieten Routenzüge gegenüber Gabelstaplern?

Routenzüge transportieren in einem einzigen Umlauf deutlich mehr Material als ein Gabelstapler und reduzieren dabei gleichzeitig Unfallrisiken, Platzbedarf und Betriebskosten. Während ein Gabelstapler für jeden Auftrag einzeln fährt, bewegt ein Routenzug mehrere Ladungsträger auf einer festen Route und macht den innerbetrieblichen Transport planbarer und sicherer.

Der Unterschied zeigt sich besonders in drei Bereichen:

Sicherheit im Betrieb

Gabelstapler und Fußgänger in denselben Gängen sind ein bekanntes Sicherheitsrisiko. Routenzüge fahren auf definierten Routen mit niedrigerer Geschwindigkeit und ohne ausladende Hubgabeln. Das reduziert die Unfallgefahr spürbar und schafft eine gabelstaplerfreie Produktionsumgebung, in der Mitarbeitende sicherer arbeiten können.

Effizienz und Kosten

Ein Gabelstapler transportiert in der Regel eine Palette pro Fahrt. Ein Routenzug schleppt mehrere Ladungsträger gleichzeitig und legt dabei dieselbe Strecke zurück. Das senkt die Anzahl der Fahrten, reduziert den Treibstoff- oder Stromverbrauch und entlastet das Personal. Gleichzeitig entfällt die aufwändige Vorabsequenzierung von Lieferungen, weil Routenzüge wie unser LiftLiner beidseitig beladen werden können, ohne den Ablauf zu unterbrechen.

Für Betriebe, die ihre Handhabungskosten senken und gleichzeitig die Arbeitssicherheit verbessern wollen, ist der Wechsel vom Gabelstapler zum Routenzug ein konkreter, messbarer Schritt.

Wie funktioniert ein Milkrun-System mit Routenzügen?

Ein Milkrun-System mit Routenzügen ist ein getaktetes Umlaufverfahren, bei dem ein Zugfahrzeug nach einem festen Zeitplan mehrere Stationen im Werk anfährt, Material abliefert und leere Ladungsträger aufnimmt. Das Prinzip stammt aus der Lean-Logistik und sorgt für einen gleichmäßigen, vorhersehbaren Materialfluss ohne Staus oder Leerfahrten.

So läuft ein typischer Milkrun-Prozess ab:

  1. Der Routenzug startet mit beladenen Ladungsträgern am Ausgangspunkt, zum Beispiel dem Lager oder der Warenannahme.
  2. Er fährt eine festgelegte Route ab und beliefert nacheinander mehrere Produktions- oder Kommissionierstationen.
  3. An jeder Station tauscht er volle gegen leere Ladungsträger aus, ohne lange zu warten.
  4. Am Ende der Route kehrt er zum Ausgangspunkt zurück und startet den nächsten Umlauf.

Der Schlüssel zu einem funktionierenden Milkrun-System liegt in der Flexibilität des Routenzugs. Unser LiftLiner transportiert unterschiedlich große Ladungsträger ohne Kapazitätsverlust und kann ohne Umbau von beiden Seiten be- und entladen werden. Das macht eine zeitaufwändige Vorabsequenzierung überflüssig und ermöglicht es, die effizientesten Routen im Werk zu nutzen.

Parvalux in Großbritannien nutzt genau dieses Prinzip in seinem neuen Werk: Der implementierte Milkrun-Prozess mit unserem LiftLiner steigert Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit des internen Materialtransports spürbar.

Möchten Sie wissen, wie viele Routenzüge Ihr Betrieb benötigt und wie schnell sich die Investition amortisiert? Mit unserem LiftLiner-ROI-Tool können Sie das schnell und konkret berechnen.

Welche Rolle spielt Automatisierung bei modernen Routenzugsystemen?

Automatisierung macht Routenzugsysteme unabhängiger von manuellen Eingriffen und ermöglicht einen kontinuierlichen, fehlerarmen Materialfluss. Moderne Routenzüge lassen sich mit fahrerlosen Transportsystemen (AGV) kombinieren oder vollständig automatisiert betreiben, sodass Betriebe den innerbetrieblichen Transport schrittweise automatisieren können.

Die Automatisierung im Routenzug-Bereich entwickelt sich auf zwei Ebenen:

Teilautomatisierung mit manueller Steuerung

Viele Betriebe starten mit einem manuell gesteuerten Routenzug, der durch automatisierte Hilfsfunktionen ergänzt wird. Dazu gehören zum Beispiel automatische Kupplungssysteme, die verhindern, dass der Zug losfährt, bevor alle Wagen verriegelt sind, oder Neigetechniken, die das Be- und Entladen beschleunigen und ergonomischer machen. Diese Teilautomatisierung senkt das Fehlerrisiko und entlastet den Bediener, ohne eine vollständige Systemumstellung zu erfordern.

Vollautomatisierter Betrieb mit AGV-Integration

Ein weiterer Schritt ist die Kombination des Routenzugs mit einem fahrerlosen Transportsystem. ZF im tschechischen Stará Boleslav setzt unseren LiftLiner in Kombination mit einem AGV ein: Der Zug fährt autonom zu den verschiedenen Abgabestationen und hält automatisch an den vorgesehenen Positionen. Das Ergebnis ist ein optimierter Materialfluss, der rund um die Uhr ohne Fahrerpersonal läuft.

Für die Intralogistik der Zukunft bedeutet das: Automatisierung ist keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. Betriebe können mit einem manuellen System beginnen und den Automatisierungsgrad schrittweise steigern, ohne das gesamte Logistikkonzept neu aufzubauen.

Wann lohnt sich die Einführung eines Routenzugsystems?

Ein Routenzugsystem lohnt sich, wenn ein Betrieb regelmäßig wiederkehrende Transportaufgaben zwischen festen Stationen hat, Gabelstapler aus Sicherheits- oder Kostengründen reduzieren möchte oder den Materialfluss planbarer und effizienter gestalten will. Je höher das Transportvolumen und je enger die verfügbaren Gänge, desto größer der Vorteil gegenüber dem Gabelstaplerbetrieb.

Konkrete Anzeichen, dass ein Routenzugsystem sinnvoll ist:

  • Gabelstapler und Fußgänger teilen sich dieselben Wege und erzeugen Sicherheitsrisiken.
  • Transportaufträge sind unstrukturiert und führen zu Wartezeiten an der Produktionslinie.
  • Der Betrieb wächst, aber die Gangbreiten lassen größere Fahrzeuge nicht zu.
  • Hoher Krankenstand oder Fluktuation durch körperlich belastende Handhabungsaufgaben.
  • Der Wunsch, Lean-Logistik-Prinzipien wie Milkrun oder Just-in-Time-Belieferung einzuführen.

Auch der Fachkräftemangel spielt eine wachsende Rolle: Ein Routenzug kann mit weniger Personal mehr Material transportieren als mehrere Gabelstapler, weil ein einziger Bediener einen gesamten Umlauf abwickelt. Das macht das System nicht nur effizienter, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber Personalengpässen.

Für Betriebe, die mit Rollbehältern und Bodenrollern arbeiten, bietet unser LiftLiner RC eine spezialisierte Lösung: Er transportiert bis zu acht Rollcontainer pro Zug, arbeitet in engen Gängen dank kompaktem Design und ermöglicht beidseitiges Be- und Entladen ohne Sequenzierung.

Haben Sie Fragen zur Einführung eines Routenzugsystems in Ihrem Betrieb? Wir helfen Ihnen gerne dabei, die richtige Lösung zu finden. Kontaktieren Sie uns und wir besprechen gemeinsam Ihre Anforderungen.