Wann lohnt sich die Einführung eines Routenzugsystems?

Ein Routenzugsystem lohnt sich, sobald Sie regelmäßige, wiederkehrende Transportbedarfe im Betrieb haben und Gabelstapler dabei mehr Probleme verursachen als lösen. Als grobe Orientierung: Ab etwa 10 bis 15 Mitarbeitenden in der Produktion oder Logistik und mehreren täglichen Materialrunden wird ein Routenzug wirtschaftlich interessant. Die folgenden Abschnitte helfen Ihnen, die entscheidenden Kriterien für Ihren Betrieb zu bewerten.

Ab welcher Betriebsgröße rechnet sich ein Routenzugsystem?

Ein Routenzugsystem rechnet sich nicht erst im Großbetrieb. Schon mittelgroße Produktions- und Logistikanlagen mit regelmäßigen Materialrunden profitieren davon, wenn sie täglich mehrere Stationen mit Nachschub versorgen müssen. Entscheidend ist nicht die absolute Mitarbeiterzahl, sondern die Häufigkeit und Struktur der internen Transportvorgänge.

Praktisch bedeutet das: Wenn Ihr Betrieb täglich mehr als drei bis vier Materialrunden zwischen Lager und Produktion oder zwischen verschiedenen Arbeitsstationen durchführt, lohnt sich eine genauere Betrachtung. Dabei spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Anzahl der Abgabestationen: Je mehr Punkte regelmäßig versorgt werden müssen, desto größer der Vorteil gegenüber Einzelfahrten mit dem Gabelstapler.
  • Transportvolumen pro Runde: Routenzüge transportieren mehrere Ladungsträger gleichzeitig und machen einzelne Fahrten überflüssig.
  • Personalkosten: Wenn mehrere Mitarbeitende einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Materialtransporten verbringen, lässt sich hier direkt einsparen.
  • Sicherheitsanforderungen: In Bereichen mit hohem Fußgängeraufkommen schafft ein Routenzug gegenüber dem Gabelstapler klare Vorteile.

Unser LiftLiner ROI-Rechner hilft Ihnen dabei, das konkrete Einsparpotenzial für Ihren Betrieb schnell und unkompliziert zu berechnen, inklusive Amortisationszeit und Anzahl der benötigten Züge.

Welche Materialfluss-Anforderungen muss ein Betrieb erfüllen?

Damit ein Routenzugsystem seinen vollen Nutzen entfaltet, braucht ein Betrieb strukturierte, wiederholbare Transportmuster. Das Milkrun-Prinzip funktioniert dann am besten, wenn Materialien regelmäßig und nach einem festen Takt von einer zentralen Stelle zu mehreren Verbrauchspunkten gebracht werden, ähnlich wie eine Buslinie mit festen Haltestellen.

Konkret sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein oder angestrebt werden:

  • Definierte Routen: Der Materialfluss folgt wiederkehrenden Wegen, nicht zufälligen Einzelaufträgen.
  • Standardisierte Ladungsträger: Rollbehälter, Gitterboxen oder andere Transportmittel mit einheitlichen Maßen erleichtern das Be- und Entladen erheblich.
  • Ausreichende Gangbreiten: Für unsere LiftLiner Routenzüge reichen schon enge Produktionsgänge aus, da das kompakte Design und das patentierte Scherenkupplungssystem einen sehr kleinen Wendekreis ermöglichen.
  • Regelmäßiger Taktzyklus: Materialversorgung im Takt, zum Beispiel stündlich oder alle zwei Stunden, ist die Grundlage eines effizienten Milkrun-Systems.
  • Klare Verantwortlichkeiten: Jemand muss die Route fahren und die Stationen bedienen, entweder manuell oder mit einem automatisierten System.

Wenn diese Bedingungen noch nicht vollständig erfüllt sind, bedeutet das nicht zwingend, dass ein Routenzug nicht in Frage kommt. Oft ist die Einführung eines Routenzugs auch der Anlass, den Materialfluss grundlegend zu strukturieren und Lean-Prinzipien im Betrieb zu verankern.

Wie unterscheidet sich ein Routenzug vom Gabelstapler-Einsatz?

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Routenzug und einem Gabelstapler liegt im Transportprinzip: Der Gabelstapler bewegt einzelne Lasten punktuell und auf Abruf, der Routenzug transportiert mehrere Ladungsträger gleichzeitig nach einem festen Takt. Das macht den Routenzug bei regelmäßigen Versorgungsaufgaben deutlich effizienter und sicherer.

Effizienz und Kapazität

Ein Gabelstapler fährt eine Last von A nach B und kehrt leer zurück. Ein Routenzug bedient in einer einzigen Runde mehrere Stationen und transportiert dabei unterschiedliche Ladungsträger gleichzeitig. Unser LiftLiner kann zum Beispiel bis zu acht Rollbehälter in einem Zug transportieren und diese beidseitig be- und entladen, ganz ohne Sequenzierung. Das spart Fahrten, Zeit und Personalaufwand.

Sicherheit und Ergonomie

Gabelstapler sind in gemischt genutzten Bereichen, wo Fußgänger und Fahrzeuge aufeinandertreffen, ein relevantes Sicherheitsrisiko. Routenzüge fahren auf definierten Routen, sind kompakter und durch ihre konstruktive Auslegung auf sichere Handhabung ausgelegt. Die Neigetechnik unserer LiftLiner Routenzüge ermöglicht ergonomisches Be- und Entladen auch bei schweren Lasten bis zu einer Tonne, ohne körperliche Belastung für die Mitarbeitenden.

Flexibilität und Automatisierung

Gabelstapler lassen sich flexibel für viele verschiedene Aufgaben einsetzen, sind aber schwer zu automatisieren. Routenzüge eignen sich hervorragend für die Teilautomation oder den vollständigen Einsatz mit fahrerlosen Transportsystemen. Unternehmen wie ZF nutzen unseren LiftLiner bereits in Kombination mit einem AGV-System für einen vollständig autonomen internen Materialfluss.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einführung eines Routenzugs?

Der richtige Zeitpunkt für die Einführung eines Routenzugsystems ist dann gekommen, wenn Ihr aktueller Materialtransport die Produktion verlangsamt, die Sicherheit belastet oder unverhältnismäßig viel Personal bindet. Auch Wachstumsphasen, Umbauten oder die Einführung neuer Produktionslinien sind gute Gelegenheiten, den internen Materialfluss neu zu denken.

Typische Signale, die auf den richtigen Zeitpunkt hinweisen:

  • Gabelstapler und Fußgänger teilen sich dieselben Gänge, was regelmäßig zu Unterbrechungen oder Beinaheunfällen führt.
  • Mitarbeitende verbringen zu viel Zeit damit, auf Materiallieferungen zu warten oder selbst Material zu holen.
  • Sie planen eine neue Produktionshalle oder modernisieren bestehende Logistikprozesse.
  • Der Fachkräftemangel macht es schwieriger, qualifizierte Gabelstaplerfahrer zu finden und zu halten.
  • Sie wollen Lean-Produktion einführen oder konsequenter umsetzen und brauchen dafür einen strukturierten Materialfluss.
  • Ihre Handlingskosten steigen, ohne dass der Durchsatz entsprechend wächst.

Besonders gut eignet sich die Einführung eines Routenzugs dann, wenn Sie ohnehin Prozesse überarbeiten. Wer ein neues Werk plant, wie zum Beispiel Parvalux in Poole, kann den Milkrun-Prozess von Anfang an integrieren und damit Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit auf einem hohen Niveau aufbauen.

Wenn Sie sich fragen, ob sich die Umstellung in Ihrem konkreten Fall lohnt, schauen Sie sich gerne unsere Routenzug-Produktlösungen an oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen dabei, die richtige Lösung für Ihren Betrieb zu finden.